Diabelli


Diabelli, der zeitlebens besser war im Kaschieren als im Entschleiern, will sich also erklären. In Hermann Burgers Erzählung von 1979 wird die Suada niedergeschrieben zwecks allfälliger Verwendung in der Zeitschrift «Abracadabra». In der Bühnenfassung von Johannes Peyer (Regie) und Michael Scheid (Schauspieler und Zauberer) wird daraus ein grossartiger Monolog an einen zentral postierten Gips-Goethe alias Kesselring.

Über die Treue zu Burgers verwinkeltem und von Kunstwörtern gespicktem Text kann man nur staunen. Scheid hat die Gabe, diese Sätze zu sprechen – und dazu auch noch zu zaubern. «Glissieren, Palmieren, Filieren, Eskamotieren, Forcieren, Voltieren»: Mit grossen Handbewegungen stopft er die Wörter in den leeren Kegel, bis unten eine rote Kugel herausschaut. Diabelli, Prestidigitateur. Schnelle Finger hat der Mann, aber auch eine flinke Zunge. «Winkelparliererei.» Doch jedes Wort ist mehr Täuschung als Enthüllung.

Perfekte Illusionen


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Michael Scheid